hallo welt!
wie vermessen, zu glauben, dass die welt meinen blog hier liest. aber vielleicht ja meine lieben....
ich sitze in la paz, einer stadt, die viel zu gross ist fuer den land-tiger, aber bin dennoch geflasht. wer nicht da war, kann sich nicht vorstellen, wie krass genial diese stadt in die landschaft eingepasst ist...berge ueberall.... uiiiiiiiii.
aber wie komme ich nach la paz? ueber Potosi, der Minenstadt, die ihr auf einigen der Bilder wiedererkennen koennt. die stadt liegt so hoch, dass sie mir kopfschmerzen bereitet hat, aber alles nur training fuer groessere plaene, die demnaechst folgen sollen. ich habe natuerlich die minen besucht, in denen heutzutage noch immer arbeitsbedinungen herrschen wie vor meherer hundert jahren, als die spanier die einheimischen und afrikanische sklaven gezwungen haben, unter tage zu arbeiten. irre. atemberaubend, in mehrerlei hinsicht. so stickig und staubig, so bruellend warm, so schmale, niedrige gaenge, so viele explosionen, so schwere, harte arbeit, so wenig frischluft, so wenig ausruestung fuer die mineros. da sollte mal ein arbeitsmediziner hinschauen. es ist bekannt, dass die mineros im schnitt mit 45 jahren sterben, meistens an silikose.
Die Entdeckung des Silbervorkommens im "cerro rico", dem reichhaltigen Berg, fuehrte dazu, dass Potosi im 18. Jahrhundert die groesste und reichste Stadt der Welt war. Heute ist von dem Silber nicht mehr allzu viel zu holen, aber dennoch gibt es hunderte Mineros, die ihr glueck suchen. irre irre.
Irre irre auch, dass ich spuren von vertrauten menschen in dieser ferne hier gefunden habe - regina und ihre freundinnen haben wohl die selbe tour gemacht und sich auf einer wand verewigt. oh, wie mein herz jauchzte, als ich das entdeckte!
Ausser der Mine bietet Potosi noch die aelteste Muenzpraegerei Suedamerikas, und eine Kathedrale, die seit 6 Jahren erfolglos renoviert wird. aus politischen gruenden gibts da kein vorankommen. verreuckt. vom Glockenturm aus hat man wieder einmal einen atemberaubenden blick (der aufstief ist auch atemraubend...) ueber die stadt. und der sonnenuntergang ueber der Menschen-brechenden stadt stimmte mich versoehnlich und liess mich tief durchatmen, aber seht selbst...
dann weiter auf nach la paz, dieser riesen stadt. das wochenende ueber war ich bei einem couchsurfer untergebracht, etwas ausserhalb der stadt, was fuer mich landei sicher gut war. eine wanderung zur "Muela del diablo" gab unglaubliche ausblicke auf die stadt preis und in eine umgebung, die zu schoen und hart ist, um wahr zu sein. wau. ein paar bilder gibts dazu auch.
Sehr spannend auch die tatsache, dass am sonntag wahlen waren hier in bolivien - und zwar bzgl der judikativen im land. das ist das einzige land, das ich kenne, das seine obersten richter vom volk waehlen laesst - oder kann mir jemand auf die spreunge helfen? die wahl hatte zur folge, dass alles, aber wirklich alles in der stadt lahmgelegt war, ausser die fressbuden. keine taxis, keien trufis, keine busse, nichts. die strassen waren gefuellt mit radfahrern und fussgaengern, etliche kinder nutzten den tag als moeglichkeit, radfahren zu lernen. herrlich. die bolivianer sind quasi dazu gezwungen, waehlen zu gehen, sonst werden ihnen zugangsmoeglichkeiten zu banken und amtlichen prozessen verwehrt. so haelt man die wahlbeteiligung hoch! spannend auch, dass die wahlen auch nicht wirklich frei waren - deshalb haben die meisten bolivianer, die ich kenne, nicht gewaehlt, sondern ein grosses "NO" auf ihre stimmzettel geschrieben. punkt ist, dass die Richter, die zur wahl standen, schon vorselektioniert waren von der Partei um Evo Morales, dem "Movimiento al socialismo". ein ergebnis kenne ich noch nicht.
so, genug fuer heute. ich verabschiede mich nach copacabana und werde pippis papa am titikakasee besuchen.
mit viel sehnsucht nach daheim
hasta luego,
chrissi
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