Dienstag, 27. Dezember 2011

Abenteuer Condor-circuit

Nach meiner Ankunft in Santiago konnte ich bei einer Freundin von Regina unterschlupf finden, in einer verrueckten 6er WG mit internationaler Besetzung: ein BRasilianer, eine Deutsche, ein Englaender und 3 Chilenen wohnen in dieser Bude und sind eigentlich immer gut drauf. Ein sehr sehr schoener Einstieg in die Stadt.

Am 17.12. kam Georg nach Santiago, wo wir die ersten 2 gemeinsamen Tage bei einer Bekannten von ihm verbracht haben, sehr unterhaltsam und froehlich.


Und bereits am 19. gings dann los auf unsere geplante Wanderung. Mit dem Zug nach Sueden, nach Talca (die Stadt, in der die chilenische Unabhaengigkeit besiegelt wurde) und dann mit dem Bus nach Vilches, wo der Spass begann. Worum ging es? Eine ca. 7-taegige Wanderung durch eine Vulkan-gepraegte Bimssteinwueste, fuer die wir alles an Essen mitnehmen mussten, Wasser finden wir unterwegs immer wieder in Baechen. Mit Zelt, Schlafsack, Gaskocher und und und wogen unsere Rucksaecke anfangs gut je 20 kg. Das will man mal durch die Gegend wuchten, bergauf und bergab!

Und so ging es los, nachmittags um 3 Abmarsch nach Anmeldung im Nationalpark Lircay, recht harmlos durch Nebelwald. Wir begegnen Chile-Nattern und Vogelspinnen (beides genau meine Tiere...) und finden eine herrliche Zeltmoeglichkeit direkt neben einem frischen Bach.

Der zweite Tag ein Knie-maltraetierender Abstieg ins FLussbett des Rio Claro, den wir auch 3 mal durchschreiten mussten - Schuhe aus, Hose aus, Wasser bis zu den Oberschenkeln und schauen, dass die Stroemung einen nicht umreisst. Von dort aus zum Valle de Venado, ein lauschiges Plaetzchen zum Mittagessen und dann weiter zum Basecamp des Vulkan Descabezado, den wir am folgenen Tag besteigen wollten. Unterwegs nutzten wir fast jede Moeglichkeit, uns in kuhelem Wasser zu erfrischen- sei es bei den unzaehligen Flussdurchquerungen oder bei Lagunen, an denen wir vorbeikamen. Nach einem langen, anstrengenden Tag wurden wir mit einem farbenfrohen Sonnenuntergang unterhalb des Vulkans in angenehm warmen Thermalquellen belohnt. Der naechste Morgen brach fuer uns schon vor Sonnenaufgang an, um 4 Uhr aufstehen, den Sternenhimmel unglaeubig beglotzen, Fruehstuecken, warm anziehen und dann rauf Richtung Vulkan. Der Zustieg ins Hochlager war noch ertraeglich, wenngleich es schon ein Vorgeschmack war auf das, was noch kommen sollte: Bimssteinpisten, so weit das Auge reicht. Und das heisst: laufen wie auf Puffreis. Ein Schritt Aufstieg nach oben und gleichzeitig wieder ein Drittel Hoehenverlust. Die 2000 m Aufstieg (von 1900m auf 3990m) dauerten uns gut 7 Stunden. Eiskalter, starker Wind blies uns um die Ohren, aber die Aussicht entschaedigte immer wieder. Und schliesslich waren wir oben. Fuer Georg der hoechste Berg, auf dem er bisher stand, und fuer mich wieder ein wunderschoener Vulkan (oben wunderschoen, den Aufstieg habe ich gehasst...). Der Abstieg hingegen war ein Spass, fuehlte sich ein bisschen an wie Skifahren auf Puffreis, nach 3 Stunden waren wir wieder zurueck am Zeltplatz und aalten uns erneut in den Thermalwasser-loechern. Und dann Zeit fuers Abendessen. Und ein riesen Schreck: jemand hatte uns waehrend unseres Aufstiegs den Gaskocher mit Kartusche geklaut. Wir sind entsetzt. Wir wissen, dass uns in den folgenden Tagen Bimssteinwueste erwartet, unwahrscheinlich, Holz zu finden, um Feuer zu machen. Unsere Energie verpufft, wir sind wuetend und enttaeuscht. Ausser uns waren noch 4 Leute an dem Zeltplatz, die am Tag vor uns auf dem Vulkan waren. Der Taeterkreis laesst sich also stark einschraenken, aber das hilft uns in dieser Gegend auch nichts, wo es mindestens 2 Tage dauert, um wieder Richtung Zivilisation zu kommen. Ausserdem wollten wir nicht umkehren, sondern den Circuit zu Ende laufen (4 weitere Tage). Und welch ein sarkastischer Dieb am Werke war: anstelle des Gaskochers fanden wir in unseren Toepfen naemlich ein Hufeisen, ganz so, als wollte der Dieb uns viel Glueck beim Ueberleben wuenschen. Wir entscheiden uns ersteinmal, noch einen Tag laenger dort am Vulkan zu bleiben (dort gab es naemlich Holz) und in Ruhe zu ueberlegen, was wir nun tun. Wir kamen zu dem Entschluss, eine Portion Nudeln vorzukochen und zum naechsten Tagesziel zu laufen, dann koennen wir die Gegend dort einschaetzen und uns zur Not immer noch zum umkehren entscheiden. Hinzu kam noch, dass Georg ab diesem Tag mit Magen/Darm Beschwerden zu kaempfen hatten - erstmals auf meiner Reise kam meine Reiseapotheke ordentlich zum Einsatz. Aber tapfer hat er sich weiter durchgekaempft.

Nach all diesem Pech dann aber noch eine glueckliche Wendung: zwei Oesterreicher kamen auch noch zum Vulkan und durch unseren Tag Pause ergab es sich, dass wir alles weitere zeitgleich zuruecklegen wollten. Wir kamen ins Gespraech und als sie hoerten, was uns passiert war, boten sie uns sofort an, dass wir ihren Kocher mit verwenden koennen. Die beiden waren mit einem Ayero, einem BAuern, der ihre Sachen auf einem Pferd transportierte, unterwegs und somit leicht bepackt. Als Cesar, der Ayero, unsere Geschichte hoerte, schlug er entsetzt die Haende ueber dem Kopf zusammen. Eine Katastrophe fuer seine Zunft (die Gruppe, die wohl den Taeter beinhaltet, hatte auch einen Ayero dabei - Cesar kennt diesen Typ) und er half uns, wo er nur konnte. Er bot uns sogar an, unsere Sachen zu transportieren. Aber ihr kennt ja meine Philosophie: ein Weg ist nur gemacht, wenn man auch alles, was man dafuer braucht, selbst schleppen kann... Jedenfalls hatten wir mit Barbara, Ezio und Cesar ab sofort lustige Weggefaehrten, mit denen die Abenteuerlichkeit jedoch nicht abriss. Der naechste Tag ein langer Aufstieg ueber einen Pass hin zu erneut heissen Quellen, diesmal stark schwefelig und so heiss, dass man mit dem Wasser kochen konnte, wenn man denn gewollt haette. Die Badeloecher hatten einen Kalt- und einen Warmwasserzulauf, so dass man sich die Badewanne selbst temperieren konnte. Irre. Georg hatte immernoch arg zu kaempfen, und schleppte sich eher so durch die Gegend, der Arme. Der Folgetag versprach ein wenig ruhiger zu werden, nur wenige Hoehenmeter und auch nur wenige Kilometer bis zum Zeltplatz. Aber ein Kommunikationsfehler von Seiten Cesars fuehrte zu einer aufregenden Suchaktion. Zunaechst wurden Barbara und Ezio gesucht, die scheinbar verschollen waren (wobei eigentlich am vereinbarten Treffpunkt, zu dem Georg und ich auch wollten, aber von Cesar abgefangen und zu einem anderen Lagerplatz geleitet wurden). Georg und ich dachten uns, dass sie an dem anderen Treffpunkt sind, und beshclossen deshalb, sie aufzusuchen: Georg stieg auf einen Berg und gab Ruf- und Lichtsignale und ich machte mich zu Fuss auf zu dem anderen Lagerplatz. Als ich dort ankam, waren sie nicht mehr dort und ich ging wieder zurueck. So leicht, wie das klingt, wars aber nicht. Eine Strecke von 4 Kilometern, mit 2 Schluchten, dichtem Strauchgestruepp und Sumpflandschaft zehrten dann doch ein wenig an mir. Und was mir den Rest gab: als ich wieder am Lagerplatz, an dem Georg und ich unsere Sachen hinterlegt hatten, ankam, fand ich nichts mehr vor. Kein Georg, kein Rucksack, nichts. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Ich rief und pfiff und schrie, aber keine Antwort. Ich wusste gar nciht, was ich denken soll. Es war schon kurz vor Sonnenuntergang, also beschloss ich, zu schauen, wo ich wie die Nacht moeglichst warm verbringen koennte - ich hatte nichts bei mir ausser dem GPS. An dem Lagerplatz war eine Huette der CONAF, der chilenischen Naturparkorganisation, und ich entschloss mich dazu, die Huette aufzubrechen, um nachts darin schlafen zu koennen. Nach ein wenig werkeln gelang mir das auch und ich war beruhigt, dass ich die Nacht immerhin nicht draussen verbringen muesste. Danach entschied ich mich dazu, wieder auf einen Berg zu steigen, vielleicht sehe ich die anderen ja von oben. Und als ich dann halbwegs hoch war, hoerte ich die anderen rufen... Sie hatten es nur gut gemeint und all unsere Sachen schon einmal ein paar Meter weiter zu unserem endgueltigen Nachtlagerplatz gebracht, Georg hatte schon das Zelt aufgestellt und ein Feuer entfacht. Den Pfeil, den er mir auf Holz als Wegweiser gelegt hatte, hatte ich schlichtweg nciht gesehen. Dieser Tag war uebrigens Heilig Abend. Irre aufregend. Ezio und Barbara packten eine kleine Flasche Rum aus und langsam wurden wir alle wieder ruhiger...

Die letzten beiden Tage der Wanderung verliefen dann ohne bemerkenswerte Vorkommnisse, wenngleich sie vom Wandern her nicht weniger anstrengend waren. Viele Schneefelder mussten durchquert, Bimssteinpisten bestiegen und kalte Lagunen beschwommen werden. An der Laguna de las Animas kreisten etliche Kondore und Blaubussarde ueber uns, atemberaubend. Die Sonne brannte jeden Tag, unsere Haut und Lippen litten sehr. Aber dennoch war die Stimmung gut. Fuer mich ein wirklich schoener Trek, gut zu machen auch mit der ganzen Last am Ruecken, aber ich war die Berge ja auch wirklich schon gewohnt. Aber es braucht schon Ausdauerund Kraft, um sich dort durchzukaempfen, sicherlich kein Trek, den man mal so eben aus dem Aermel schuettelt. 137 km, keine Ahnung, wie viele Hoehenmeter und tonnenweise Bimsstein, so weit das Auge reicht.

Am Ende habe ich noch eine Anzeige erstattet, ich glaube zwar nicht, dass ich den Kocher wiedersehen werde, darum geht es auch nciht (wobei ich schon um ihn trauere, das war der Kocher, den wir in Schottland gekauft hatten, Toni, Sarah und Sophie!). Vielmehr geht es mir darum, das Geschehene publik zu machen. In dieser Region da draussen ist sowas lebensgefaehrlich. Das ist ungefaehr genauso schlimm, wie wenn sie uns die Schlafsaecke geklaut haetten...

Nach 8 Tagen Wildnis sind wir nun in der Casa Chueca in Talca, wo wir gestern Abend noch gemeinsam mit Ezio und Barbara unser Abenteuer haben ausklingen lassen. Georg versucht sich so gut als moeglich zu erholen von den Strapazen und morgen geht es zurueck nach Santiago, wo wir am 30.12. 4 weitere Freunde in Empfang nehmen werden. Ich freu mich MEGA, wenngleich ich auch ein wenig traurig bin, dass meine Wanderei nun wohl wirklich zu einem Abschluss gekommen ist.


Alles Liebe!

chrissi

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Danke, Bolivien

dafuer, dass mann dich noch entdecken kann, und du nicht an jeder ecke mit "dem groessten, dem besten, dem tollsten" wirbst - obwohl du es koenntest.
und auch, wenn es viele dinge an dir gibt, die ich erschreckend, furchterbar oder abstossend finde, so gibt es doch auch super viele dinge an dir, die ich mag. deine berge zum beispiel.

zum abschluss gab es fuer mich noch eine tour durch den salar de uyuni mit vulkanbesteigung und dann ab in den sueden...

























Donnerstag, 8. Dezember 2011

mehr Bilder zu Apolobamba-Trek














































































































bien salvaje, no mas. Apolobamba-Trek

Die ganze Sache nennt sich Apolobamba-South, wir wandern von Pelechuco aus nach Sueden, Zielort Curva bzw Charazani, von wo aus es wieder Anbindungen zurueck nach la Paz geben soll, durch die Cordillera Apolobamba.
Allein die 9-stuendige Busfahrt nach Pelechuco ist eine Reise wert. Anfangs durchquert man das Altiplano mit Blick auf die Cordillera Real, um dann noerdlich des Titikakasees wieder in eine andere Bergwelt einzutauchen.
1.12.2011
In Pelechuco (3600Hm) suchen wir uns zunaechst erfolgreich eine Bleibe, leider erfolglos Maultiere. D.h., wir spielen selbst Maultiere und tragen all unser Essen fuer die naechsten 5 Tage im Rucksack - gute Uebung fuer mich, denke ich. In der Unterkunft in Pelechuco ergab sich eine Begegnung ganz nach meinem Gusto: Matteusz, ein Pole, Gray, ein US-Amerikaner, Eric, der Franzose, Don Raynoldo, der bolivianische Pensions-Betreiber, und ich, die deutsche Chrissi hocken zusammen. Die Sprache, die alle eint, ist Spanisch, die anderen kommen auch ab und an auf. Wer haette das gedacht, dass ich einmal meine Brocken Polnisch im bolivianischen Nirgendwo anbringen kann. fein fein.
Wir kuerzen noch unsere Essensvorraete, damit wir uns nicht zu Tode schleppen - immerhin muessen wir mehr als 5000 m hohe Paesse ueberwinden... Ich persoenlich fins ja ganz gut, dass wir die Sachen jetzt selbst tragen - meiner Philosophie zufolge hat man naemlich erst dann einen Weg wirklich selbst gemacht, wenn man sich auch selbst durchkaempfen kann. Ich freu mich tierisch aufs GPS-trekken und lasse all den Aerger, der in mir aufsteigt, weil Matteusz mir nicht zutraut, das so zu schaffen, hinter mir. Ich weiss, dass ich kein Anfaenger bin und ich weiss, was ich tue, und ich weiss, dass ich Kraft habe, Klaro wirds schwer so hoch oben, aber da muss man eben mit dem Schweinehund rangeln! Oder wissen, wann man umzukehren hat. Auch das ist eine Kunst...
2.12.2011
1. Abend in Palca, 4096 Hm
Irre! Heute Frueh in der Bleibe in Pelechuco haben wir ncoh erfahren, dass einer der Bolivianer, die gestern noch mit uns zu Abend gegessen haben, nachts bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist: auf seinem Jeep hatte er 3 Kuehe und ein Kalb geladen. Der Fahrer war ungeuebt und konnte in einer Kurve die Bewegungen der Tiere nicht ausgleichen. Absturz von der Erdpiste.
Auf den ersten Metern unseres Weges dann ein totes Schaf...Hoffentlich ist das kein Omen.
Das Wetter wechselt stetig zwischen Sonnenschein und dichtem Nebel. Fingerhuete saeumen anfangs unseren Aufstieg zum ersten Pass, da der aber auf ueber 4700m liegt, wird alles immer karger. Nur die Llamas bleiben. So wunderschoen hier! Auch fuerchterlich anstrengend, das Gewicht des Rucksacks ist doch spuerbar in der Hoehe. Aber wir kaempfen uns durch und werden belohnt dafuer: herrlicher Ueberblick ueber Gipfel und Gletscher und strahlender Sonnenschein auf der anderen Seite des Passes. Freude pur. Noch ein bisschen Abstieg und dann ein genialer Zeltplatz. Der naechste Morgen birgt ein Bad im eiskalten Gletscherbach und meine Freude ueber meinen Schlafsack - trotz frosteliger Temeperaturen war mir herrlich warm in der Nacht. Eric ging es da leider anders, er nannte seinen Schlafsack auch gerne Sleeping-Bad. Aber mit Biwaksack und Knoblauch-Therapie bekamen wir das unter Kontrolle.

03.12.2011 Palca-Sunchulli

Was ein langer Tag durch wundervolle Taeler mit stetig neuen Gipfeln und Gletschern. Die Sonne brennt und es geht immerzu bergauf. Der Paso Sunchulli misst 5100 m. Super anstrengend mit dem Gewicht am Ruecken. Wir halten einen Landcruiser mit Mineros an, der uns bis knapp unterhalb des Passes bringt. Ein feuerroter See, Moosinseln, Gletscher um uns herum. Welch ein herrlicher PLatz, um Rast zu machen. Meine AUgen, mein Koerper saugt sich voll mit diesen Bildern. SChliesslich irgendwann der Aufstieg zum Pass, hinter dem sich wieder ein neues Tal mit neuem Charakter erstreckt. Hier gibt es dann auch einige Goldminen, und fuer uns einen Platz in einer Ruine, der besser nicht sein koennte. Llamas um uns herum, Greifvoegel, und sogar ein bisschen Holz! Somit gibt es mein erstes Lagerfeuer auf 4700 m Hoehe. Gar nciht so leicht, das da oben zum brennen zu bringen. Der Halbmond laesst nachts die Gletschergipfel hell aufragen, und ein reines Sternenzelt mit Orion als Waechter legt sich sanft ueber unseren Schlaf.

4.12.2011 Sunchulli- Incachca

Ein abwechslungsreicher Tag: Aufstieg zum Viscachani-Pass, den wir zum letztmoeglichen Zeitpunkt erreichen: kurz noch Fernblick zurueck auf den Sunchulli-Pass und auf das, was noch vor uns liegt, dann zieht dicke Nebelsuppe auf. Jetzt ist wahre Orientierung gefragt. Wir hoeren Donnergrollen und erreichen mit Einsetzen eines heftigen Hagelschauers eine Miner-BAstion. Irre, aus dem Quecksilberschlamm, der bei der Aufarbeitung des Gesteins zur Goldgewinnung uebrigbleibt, haben sich die Miner ein Volleyballfeld gebaut. Wir beschliessen, aus den Baechen hier kein Wasser aufzufuellen... nach einer knappen Stunde klaert der Himmel auf /zumindest hagelt es nciht mehr) und wir ziehen weiter, bis wir "mil curvas" erreichen. Der Nebel und die WOlken machen diesen Ort perfekt mystisch: ein steiler Abgrund, schroffe Felsen, in der Ferne ein Gletscher. Unterwegs das Gerippe einer Kuh. 600 Hm Abstieg, hin zu einem Wasserfall. Bis wir den erreichen, scheint die Sonner wieder und wir nutzen die NAturdusche. Pferde betrachten uns verdutzt. Etwas oberhalb wird das Lager aufgeschlagen, auf 4009 m Hoehe. Die Nacht sternenklar, die Milchstrasse ueber uns, die Temperatur dafuer unter 0 - das Wasser in unseren Flaschen gefriert. Ich schlafe tief und fest, nur bei einer Toilettenpause faellt mir das Sternenhimmelzelt auf den Kopf...

05.12.2011 Incachaca- Curva
Schon frueh am Morgen ziehen 3 Bolivianer an unserem Zeltplatz vorbei und gruessen froehlich. Lange nach ihnen machen wir uns auf die Socken, ein langer Aufstieg steht bevor - mehr, als wir tags zuvor ueber mil curvas abgetsiegen sind. Anstregend, rauf auf 4700 Hm. Aber wir schlagen uns sehr tapfer, wir erreichen den Pass bald und koennen wieder einmal Kondore beobachten. Von hier aus sehen wir auch die Gruppe von heute morgen, die uns zu sich winkt. Wir gesellen uns zu ihnen und teilen unser Essen mit ihnen - sie freuen sich sehr, denn sie selbst haben gar nichts mit sich. Dadurch haben wir den eigetnlichen Weg nach Curva verlassen, aber die Bolis sagen uns, dass sie da ja auch hingehen und ihr Weg schneller sei. Wir schliessen uns ihnen an, und es folgen nahezu senkrechte Steilpassagen, wir passieren direkt unterhalb des Akhamani-Gletschers einen unfassbar klaren, farbenreichen See. Die Berge um uns herum brennen, woertlich. Die Bauern haben das Gras dort angezuendet, damit der Regen, der jetzt demnaechst beginnt, die reichhaltige Erde auf ihre Felder spuelt. spektakulaer. NAchmittags erreichen wir CUrva und entscheiden uns, nochmals zu zelten. Weil wir jetzt wieder "so tief" (3700Hm) sind, gibt es wieder Baeume, folglich Holz, folglich Feuer fuer uns inmitten einer dicken Nebelsuppe. Eukalyptus riecht auch als Feuer unbeschreiblich intensiv. und der Blau-Anteil an einer Flamme scheint mir riesig hier oben.

6.12.2011 Curva - Charazani

In diesem Tal haengt der Nebel fest, mit wenig Sichtweite beginnen wir den Abstieg. Allmaehlich klaert es auf, und das Paradies wird sichtbar: Rosen, Farne, verschiedene Kakteen-Arten, Eukalyptus, Erdbeeren, farbenfrohe Sachen, die ich nicht kenne... alles wirkt wieder Dschungel-artig. Unten am Fluss angekommen (2800Hm) erwartet uns wieder ein garstiger Aufstieg und wir sind uns des Weges nciht sicher. Eine Frau, die wir fragen wollen, keift uns auf Quechua an und wirft Steine nach uns... Also einfach weiter. In einem Dorf weist man uns den Weg, wir entscheiden und, im "wildstyle" per GPS zu navigieren. Uff, welch unbegehbare Routen wir nehmen mussten! Inklusive einer Flussueberquerung, die mich an "into the wild" erinnert... und dann die schelchte Nachricht: Charazani liegt nicht 2 km vor uns, wie uns das GPS wissen liess, sondern leider 7 km und 500 Hm nordwestlich (=hinter) von uns. What?! Ich bin langsam echt kaputt. Wir kaempften uns zur grossen Strasse und trotteten also quasi Richtung zurueck, jedoch nciht, ohne zuvor nochmals unsere NAviagtion zu ueberpruefen. Wir kommen zu dem Fazit, dass die Karte Mist ist. Nach schier endlosem Laufen endlich: Charazani. Und es beweist sich: der Ort ist in der Karte falsch eingezeichnet. Jetzt koennen wir darueber lachen... Flux eine Bleibe gesucht, gekalert, wie wir nach La Paz kommen und dann ab in die aguas termales, die mueden Knochen baumeln lassen.

Alles in allem eine wunderbare Tour, viel wilde Natur, Tiere und auch ein paar wilde Menschen. Ich will gar nicht gross ein Fazit ziehen, weil ich Fuerchte, dass dann wie bei den Mineros ein paar Brocken Gold und der Rest als Quecksilberschlamm uebrig bliebe . aber das wuerde den "Rest" sowas von abwerten. Deshalb also: Apolobamba-Trek: Daumen hoch. Punkt.