Montag, 24. Oktober 2011

viel nachzuholen







Hallo zusammen,
hier wieder ein eintrag von mir selbst verfasst - es ist viel passiert die letzten tage. mein letzter eigener eintrag, das foto, ist vom titicaca-see, an dem ich 3 tage verbracht habe, wieder einmal in spannende umstaende gepackt: um nach copacabana zu gelangen, muss man eine kleine strassenblockade umgehen. wieder einmal machten die bolivianer demokratie und sperrten ueber kurz oder lang den zufahrtsweg. grund: ein lehrer hat ein maedchen in einer schule missbraucht und das volk fordert nun strafe. mit etlichem warten und gutem zureden durfte unser minibus dann passieren und ich konnte das spektakel sonnenuntergang am titicacasee miterleben. am anechsten tag dann mitm boot auf die isla del sol, einen sehr sehr heiligen ort, der frueher "titi karka" hiess, in etwa "Stein des Puma". die insel kann man wunderschoen durchlaufen, was ich auch tat, vom nord-zum suedhafen, inklusive erklaerungen ueber ein im see untergegangenes reich. recht beeindruckend, muss ich sagen. eine augenweide, die lage dieser insel. im tiefblauen see, hinter dessen ufer man in weiter ferne die bergkette der cordillera real erblickt - da geht einem das herz auf. unterwegs lernte ich auch yvonne kennen, mit der ich abmachte, den Choro-Trek zu laufen - endlich jemand, der auch zeit und lust auf draussen sein hat!
zureuck in Copacabana gings dann darum, die rueckfahrt nach la paz zu organisieren - der block hielt noch immer an, mir wurde vorgeschlagen, nach Puno in Peru ueberzusetzten, um dann von Peru aus an einem anderen Grenzuebergang wieder nach Bolivien einzureisen, um endlich nach la paz zu gelangen. klingt spannend. letztlich jedoch hat sich eine gruppe von 8 leuten ergeben, die mit nem minibus in naehe des streiks gefahren sind, dort dann ihre rucksaecke schulterten, ca 5 km zu fuss durch den protest zuruecklegten, um dann auf der anderen seite wieder in einen bus richtung la paz zu steigen. mein ziel war ja, moeglichst viel zu laufen. klappt also. klappt sogar so gut, dass ich meine schlappen schon kleben lassen musste, und die sohle meiner wanderschuhe verabschiedet sich jetzt nach dem choro-trek auch...











der choro trek



mit yvonne, eine referandarin aus BaWue, machte ich mich also am freitag auf, die 72 km Inka-Strasse zureuckzulegen, die uns von La Cumbre nach El Chairo bringen sollte. Zunaechst galt es, auf 4800m aufzusteigen, durch karge landschaft, in die sanft lagunen eingelassen sind und llamas und alpacos weiden. schneebedeckte gipfel um uns, eisiger wind und duenne luft treiben unsere neugierde auf kommendes voran. am hoechsten punkt der tour erwartet uns ein hexenkessel, gefuellt mit nebelsuppe, in die wir uns hinablassen, um stetig in tiefere, gruenere gefielde zu gelangen. nichts kreuzt unseren weg ausser ab und an eine llama-herde und ihr hirte. nach 5 stunden laufen erreichen wir challapampa auf 2800m, wo wir unser lager fuer die nacht auf einem zeltplatz aufschlagen. zacherl kocht, der fluss waescht und wir traeumen und geniessen. der naechste tag bringt etliches an abstieg, wir finden brombeeren, erdbeeren, kaffee und dschungel-artige gewaechse, das klima wechselt zu subtropisch mit jedem schritt, den wir setzen. wie war das, "das rad an meines vaters muehle klapperte recht froehlich vor sich hin und mir war ein ewiger sonntag im gemuet" oder so. ein langer tag wanderung durch bruellende hitze brachte uns zur "casa japones", einem fantastischen ort, den ein japaner in den 1960er jahren fuer sich entdeckt hat uns liebevoll ausgebaut hat, so dass es jetzt ein paar grasterassen unter bananenstauden gibt, wo wir unser zelt aufschlagen konnten. einfach irre. das wasser, das die steilen haenge neben uns entlang des weges herabrinnt, dient mir immer wieder als erfrischende dusche. nach einem langen tag wandern finden wir hier wundervolle ruhe, um den naechsten tag mit frischer kraft und dickem muskelkater zu beginnen. ein kurzer, zweistuendiger abstieg nach el chairo (1300m), und die inka-strasse erreichte ihr ende. wir noch nicht, wir gingen noch 8 km weiter, um von der grossen strasse aus ein auto nach la paz anzuhalten. insgesamt ein wirklich herrlicher weg, mitten in den dschungel hinein. schlangen inklusive. die sohle meines rechten wanderschuhes verabschiedet sich bald. unterwegs in dem nationalpark gibt es keine moeglichkeiten, essen zu kaufen, d.h., man muss alles mitnehmen, was man so braucht. bis auf wasser, das gibts da genug, in smaragdfarbenen fluessen.





















beste gruesse!

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